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P.O.R.
trifft den Weihnachtsmann

Ahcm_2007_neu_kleinm Samstag, den 15. Dezember 2007 war Bescherung für 16 Mitglieder des Power of Rock:

In der Düsseldorfer Philipshalle fand nach jahrelanger Abstinenz das traditionelle Heavy Christmas Meeting statt. Los gings um 13:00 Uhr ab Keglerklause, gegen 16:00 Uhr war man am Ort des Geschehens eingetroffen. Und vorweg sei gesagt, der Weihnachtsmann hatte großzügige Geschenke mitgebracht!

Nachdem der Veranstalter clevererweise nur 2 Türen für den Einlass geöffnet und die wartende Meute sich auf gut deutsch den A... abgefroren hatte, konnte es dann losgehen. Als erstes ging´s an die Bierbude und die 16 Rocker stimmten sich fröhlich auf das Kommende ein. So trank man dann auch erstmal in Ruhe ein Bierchen und hörte sich das Reunion-Konzert von „High´n Dry“ vom Foyer aus an.

Die anschließenden dänischen Powermetaller „Iron Fire“ hatten genau wie diese das Problem, dass sie nur Support waren und dementsprechend war auch der Sound mäßig - wie bei Vorgruppen halt so üblich. Dennoch war die Mucke recht gefällig.

Richtig los ging´s dann mit den Schwaben von „Primal Fear“. Die Mannen um Basser Mat Sinner und Ausnahmeshouter Ralf Scheepers hauten dann auch mächtig ins Mett. Kurzum: ausgezeichneter Powermetal aus deutschen Landen, häufig angelehnt an Judas Priest zu Painkiller-Zeiten.

Das war sicherlich der erste Höhepunkt des späten Nachmittages bzw. frühen Abends.

Danach betrat Onkel „U.D.O.“ die Bühne und der Gig seiner Combo war definitiv das Highlight des Tages. Herr Dirkschneider hatte zwar nur 1 Stunde Zeit das Publikum zu begeistern - genau wie später W.A.S.P. und Saxon -, aber das gelang auf Anhieb. Die etwa zu 2/3 gefüllte Philipshalle war von Beginn an aus dem Häuschen, denn der Fünfer brachte einige Klassiker von „ACCEPT“ zum besten, darunter Midnight Mover, I´m a rebel, Metal heart, Princess of the dawn, Balls to the wall. Die Spielfreude war riesig und die Fans dankbar für diesen geilen Auftritt, kann man doch die Band U.D.O. getrost als würdigen Nachfolger der Metal-Legende ACCEPT bezeichnen. Auch eigene Stücke aus 20 Jahren Schaffenszeit wurden gespielt, auch vom neuen Album Mastercutor. Die Krönung war eine Ansprache vom Meister persönlich, der berichtete, dass die Weltkarriere von ACCEPT 1977, also vor genau 30 Jahren, an gleicher Stelle begann. Und dann durfte sein Sohn bei einem Stück die Felle bearbeiten und nahm an den Drums platz. Schade nur, dass keine Zugaben gestattet waren, gefordert wurden diese nämlich minutenlang.

Als nächstes standen dann die Amis „W.A.S.P.“ auf dem Programm und mehrere tausend Leute konnten sich erstmal ein wenig erholen. Denn obwohl die Mannen um Chef Blacky Lawless sehr bemüht waren, der Funke sprang nicht so recht über. Vielleicht lag es auch am Sound, der nach persönlicher Auffassung des Verfassers deutlich schwächer war als bei den beiden vorherigen Bands. Das Programm konnte sich trotzdem sehen bzw. hören lassen, denn WASP spielten einen Teil des wohl besten Albums der Band, dem 1992er Output und Konzept- Album „The Crimson Idol“. Hiermit hatte die Band sich deutlich von anderen typischen Ami-Metalbands abgehoben und ein wahres Meisterwerk geschaffen.

Zum Ende des Sets mit Krachern wie Chainsaw Charlie, I am one und The Idol gab der Meister die beiden Top-Klassiker der früheren Phase des 80er US-Metals „I wanna be somebody“ und „Blind in texas“ zum Besten und das Publikum ging doch noch aus sich raus, es wurde amtlich abgerockt.

Ein Heimspiel in teutonischen Gefilden hatten die Sachsen: „Saxon“ ist wohl neben Maiden und Motörhead die beliebteste Metalband aus Great Britain in heimischen Breiten und eine absolute Institution in Sachen Heavy Metal. Ungewohnt aber auch hier, dass leider nur eine 1-Hour-Show gebucht war und sich die Mannen um Biff Byford mächtig sputen mussten.

So ging´s auch ziemlich heftig und schnell zur Sache, denn aus persönlicher Sicht war der Auftritt einer der Härtesten, die ich von SAXON erleben durfte. Das Programm war ähnlich dem in Wacken, einige neue Stücke des aktuellen Albums „The inner sanctum“ mit vielen DoubleBass-Attacken. Erfreulicherweise war der Sound auch wieder besser und das Schlagzeug klang gigantisch. Natürlich durften trotz der Kürze des Gigs einige Klassiker nicht fehlen: Wheels of Steel, Motorcycle Man, 747 Strangers in the Night, Strong arm of the Law und Princess of the night versöhnten sicherlich auch die "älteren" Fans. Wie angesprochen durften auch die Engländer keine Zugabe spielen und somit war pünktlich Schluss.

doro_01_thumbVom Veranstalter als Headliner gebucht, betrat gegen 23:30 Uhr die Lokalmatadorin Doro Pesch, kurz „DORO“ die Bühne und zelebrierte ihr Programm aus 25 Jahren Schaffenszeit. Der genaue Ablauf entzieht sich meiner Kenntnis, da der Hunger größer war als die Lust auf DORO und ich mich mit 5 anderen Kollegen auf die Suche nach einer Mahlzeit machte. Denn in der Halle gab es schon seit einigen Stunden nichts mehr zu Spachteln. In diesem Zusammenhang sei erwähnt: während des SAXON-Gigs war dann auch Schicht mit Durst löschen und es gab auch nichts Flüssiges mehr, zumindest keine Alkoholika. Ein Schelm der dabei denkt, der POR hätte ursächlich etwas mit dieser Misere zu tun ;-)
Doro´s Gig wurde jedenfalls vom Publikum begeistert aufgenommen und die 16 PORler machten sich pünktlich um 1:00 Uhr ausgelaugt und zufrieden auf den Nachhauseweg.

Es bleibt zu hoffen, dass eine derartige Veranstaltung in 2008 wiederholt wird und die Tradition der „Heavy Christmas Meetings“ fortlebt - allerdings mit der Einschränkung, evtl. nur 4 oder 5 Bands zu präsentieren. Dann kann es auf keinen Fall mehr passieren, dass mehrere vermeintliche Headliner (vom Namen her) mit unterschiedlicher zeitlicher Präsenz auftreten.

Metal greets, Schorsch

Fotos in Kürze unter www.close-to-hell.de

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